Beschneidung der Rechte durch „Präjudiz“

„Ein Skandal erschüttert das deutsche Olympia-Team: Ruderin Nadja Drygalla hat am Donnerstagabend die Unterkunft der olympischen Ruderer bei London verlassen, weil der 23 Jahre alten Athletin aus Rostock Verbindungen zur rechten Szene nachgesagt werden. Sie soll mit einem führenden Mitglied der Gruppe „Nationale Sozialisten Rostock“ liiert sein. Der Mann trat im vergangenen Jahr im Landtagswahlkampf für die NPD an.“

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So liest sich der erste Absatz eines, geradezu die triste Realität beschreibenden, weil „as usual bestens recherchierten“, Artikels der Welt.de, einem Ableger der © Axel Springer AG in Deutschland. Die selbe Aktien Gesellschaft übrigens, birgt auch die „Bild.de“ in sich. Das sollte auch Ihnen zu Denken geben. In welcher WELT Sie sich auch immer BILDen lassen mögen, macht demnach NICHT den Unterschied.

Sie soll also mit einem führenden Mitglied einer vermeidlich existierenden Gruppe liiert sein? heißt: Es ist zwar möglich, dass Nadja Drygalla mit jemandem liiert ist, Beweise hat man(n) oder Frau dazu nicht. was wiederum heißt: Man(n) oder Frau, welche diese Aussage macht, weiß in Wahrheit gar nichts genaues über Nadja Drygalla. Es handelt sich bloß um eine Vermutung oder „Wunsch?“, deswegen auch der so beliebte Konjunktiv: Sie soll … sein.

Was aber, wenn sich herausstellt, dass Frau Drygalla es NICHT ist?  Oder der besagte Mann nicht Mitglied des Drei-Letter-Konstruktes gewesen ist. Wie will man das wissen?  Hat sich Welt.de offline – also vor der Veröffentlichung online – auch darüber die nötigen Gedanken gemacht? Oder zählen heute nur noch die Klicks und Seitenaufrufe, und das Genüge leisten eines vordefinierten und diktierten Denkmusters?

mfg, die Wahrheitsfindung

P.S.: Beschneidungen sind NIE zum Wohle der Betroffenen gedacht

update 4.8.2012

Definitionen:

Präjudiz steht in erster Linie für eine „vorgefasste Meinung„, ein „Vorurteil“ . Mit dieser Bedeutung wurde es in der Artikelüberschrift angedacht.

Präjudiz bedeutet auch zB. ein Urteil, das bei der Entscheidung späterer Rechtsfälle berücksichtigt wird.

präjudizieren tut eine Person, welche irgendwelchen Entscheidungen vorgreift

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12 Responses to Beschneidung der Rechte durch „Präjudiz“

  1. holey spirit sagt:

    Der Welt-online-Artikel scheint mir jetzt nicht tendenziöser als die entsprechenden Berichte in allen anderen Großmedien (Spiegel, FAZ, süddeutsche, taz, Bild usw.). Soll die Welt etwa nicht darüber berichten? Oder wie sollte die Welt anders darüber berichten? Der Konjunktiv: „Sie soll … sein“, ist in diesem Fall obligatorisch, um journalistischer Sorgfaltspflicht entsprechend jeglicher Restunsicherheit Rechnung zu tragen, auch wenn die Zweifel an der Faktizität der Beziehung zwischen Drygalla und einem prominenten Neo-Nazi sehr gering sind.
    Diese Art der „Beschneidung“ der Bestimmtheit (Indikativ) könnte also sehr wohl im Sinne der hier Betroffenen sein. Auch wird in allen Großmedien einvernehmlich Sportbund-Direktor Vesper zitiert, demzufolge Drygalla sich glaubhaft von rechtsradikalem, demokratiefeindlichem Gedankengut distanziert habe. Alles in Allem meines Erachtens also eine faire und differenzierte Berichterstattung, die sich eine finales Werturteil zum jetzigen Zeitpunkt versagt.

    Besagter Mann heißt Andreas Fischer, ist faktisch, also unzweifelhaft, Kopf der Kameradschaft ‘Nationale Sozialisten Rostock’ und trat im Landtagswahlkampf vergangenes Jahr für die NPD an. (Hier bedarf es keines Konjunktivs.) Niemand sagt, er sei Mitglied der NSU.

    Dass er zumindest in einer sehr engen Beziehung zu Drygalla steht, ist durch Bilder und zugehörige kitschige Bildunterschriften belegt:

    Statt Medienschelte zu betreiben, wäre es eventuell interessanter, die Frage zu stellen, ob die Verantwortlichkeit des Einzelnen für sich und die Gesellschaft so weit gehen muss, sich von einem geliebten Menschen loszusagen, weil dieser ein Menschenverächter ist. Macht man sich in einem solchen Falle an Taten des Menschenverächters mitschuldig, wenn man sich ihm nicht entgegenstellt?

    Das ist eine sehr komplexe Problematik. Wenn die junge Frau denn keine gut getarnte, überzeugte Ewiggestrige oder auch nur Sympathisantin Ewiggestriger ist, dann steckt sie in einer tiefen moralischen Zwickmühle. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken.

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    Ihre Links musste ich entfernen, da es sich bei der von Ihnen verlinkten Plattform um Volks verhetzende Hetzjagt-Artikel handelt, die auf diesem Blog nicht gestattet sind

    Für Ihr Verständnis dankt
    die Wahrheitsfindung

    • Das ist eine sehr komplexe Problematik.

      Was bitte schön soll den bei dieser Hetzjagt komplex sein?

      Werfen Sie doch im Zweifelsfalle, so es Ihre Zeit zulässt, einen Blick ins Gesetzesbuch, dann merken auch Sie schnell, dass die Problematik [sic!] ganz sicher nicht durch Denunzierung der Frau Drygalla gelöst werden kann.

      Was ließe sich zB auf dejure.org zu dieser Thematik in Erfahrung bringen?

      Na, schaun wir mal

      Ich denke, das Lesen des folgenden Zitats könnte Erleuchtung bringen:

      (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

      (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

      (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

      Ich hoffe, Ernüchterung provoziert zu haben

      mfg, die Wahrheitsfindung

    • holey spirit sagt:

      Zunächst einmal erkenne ich in der meines Erachtens ausgewogenen Berichterstattung über den Fall keinerlei Anzeichen für eine Hetzjagd. Aber das sei einfach mal dahingestellt, es spielt für das WESENTLICHE keine Rolle.

      Die komplexe Problematik, die ich ansprach, bezog sich nicht auf die Berichterstattung, sondern auf die grundsätzliche ethische Frage nach der persönlichen Verantwortlichkeit, die sich aus einer Situation ergibt, wie der, in die Frau Drygalla hineingeraten ist. Muss man sich von einem geliebten Menschen lossagen, wenn er ein Menschenverächter ist? Macht man sich an zukünftigen unmenschlichen Taten eines Menschenverächters mitschuldig, wenn man sich ihm nicht entgegenstellt. Welche Handlungsspielräume bleiben? Lossagen? Entgegenstellen? Mittelweg?

      Mir tut Frau Drygalla leid. Sie ist erst 23. Sie ist verliebt in einen deutlich älteren Menschenverächter. Sie befindet sich in einer moralischen Zwickmühle – vorausgesetzt, sie ist nicht selbst ein Nazi, aber da vertraue ich ganz dem Urteil von Sportbund-Direktor Vesper.

      Was soll sie tun? Diese Frage stellt sich ganz grundsätzlich und völlig unabhängig davon, ob die Medien über ihre Beziehung berichten oder nicht.

  2. holey spirit sagt:

    Kommentar nicht zur Veröffentlichung.
    1. Ich duze Sie. Sie dürfen mich aber gern wieder siezen, Du Seppel.
    2. Ich halte mich an die Regeln von Deinem Blog, die Sie im Lauf der Debatte andernorts eingeführt hast. Ich werd mich hüten, auch nur unplumpe G…lä… zu betreiben, plumpe schon gleich gar nicht. Dafür gibts den XY-Blog.
    3. Nicht jedes Link ist gleich volksverhetzend. Links auf den XY-Blog natürlich schon, von da aus wurden ja schon Mordserien initiiert, deshalb werde ich die nie tätigen. Die von Dir gelöschten Links können Sie auch auf den Großmedien finden, zumindest als Text. Sei wenigstens konsequent, Sie Imker, Dein Link ganz Rechts auf Ihr Bienenkörbchen ist volksverhetzender. Gleicher Maßstab für alle.
    4. Ich bin übrigens kein Linker. Weder politisch, noch im Sinne von Nepper, Schlepper, Bauernfänger.
    5. Hetzjagt schreibt man mit d hintentran.
    6. Entschuldige meinen albernen Tonfall. Habe gerade Clown gefrühstückt. Rülps.

    • holey spirit sagt:

      Witzbold.

    • 5. Hetzjagt schreibt man mit d hintentran

      Sehr brav! Sie haben einen Fehler gefunden. Die Rechtschreibung der deutschen Sprache scheint ihnen also einigermaßen zu liegen. Legen wir das mal ad acta.

      Als nächste Übung schlage ich vor, Ihren Wahrnehmungsschwerpunk doch eher mehr auf das Verstehen des Inhalts / der Messsage verlagern zu wollen. Das hätte für Sie den Vorteil, endlich den Kern der Sache besser erfassen zu können, was sicher das Mitreden erheblich erleichtern könnte; und das wollen Sie doch? … Na ja, mitreden, oder?

      Vertrauen Sie mir wenigstens dieses mal?

      mfg, die Wahrheitsfindung

  3. holey spirit sagt:

    Ja, ich vertau Dir.

    • holey spirit sagt:

      Hoppla. Ich vergas ein „r“. 1:1 was Rechtsschreibfehler betrifft.

    • LoL ! Diesen Rechtschreibfehler haben Sie wahrscheinlich extra für mich eingebaut, ja? um auch mir wenigstens ein leicht erreichbares Erfolgserlebnis zu bescheren?

      Das wäre jedoch nicht notwendig. Wer mich wirklich kennt, und das beschwören mir viele, der/die weiß auch, das Rechtschreibfehler™ mein Markenzeichen sind. 😉

      mfg, die Wahrheitsfindung

    • holey spirit sagt:

      Du hast zwei andere Rechtschreibfehler übersehen, die ich im 8:44-Kommentar zusätzlich eingebaut hab. Könnte also 3:1 für Dich stehen. Aber jetzt mal Scherz beiseit und Schluss mit Geplänkel.

      8:12-Fragestellung ist entscheidend.

  4. AntiElsäss sagt:

    Dieser holey kommt mir vor wie dieser schmierige Rattenfänger aus Elsäss, dem es auch nur darum geht, aus jedem Thema eine Endlos-Diskussion zu konstruieren. Der Rattenfänger bindet so künstlich seine Leser an sich und verdient mit ihnen ganz nebenher sogar Geld. Worin aber besteht der Vorteil für Holey begründet, der offensichtlich nicht in der Lage ist, konstruktiv was beizutragen?

    @Wahrheitsfindung

    Sehr guter Augenöffner Dein Artikel. D a n k e für Deine Worte, denn DU kämpfst hier wirklich!
    Die didaktische Art der Moderation von Dir ist der Überhammer

  5. i really liked the topics you post here. thanks for sharing this information that is so helpful for us. good day. lista de email lista de email lista de email lista de email lista de email

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    mfg, die Wahrheitsfindung

Auch wenn Sie anderer Meinung sind. Sie haben ein Recht darauf, gelesen zu werden. Volksverhetzung oder plumpe Gotteslästerungen, (dazu zählen auch Links) welche nicht durch Meinungsfreiheit gedeckt sein können, sind hier nicht gestattet.

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